Tipps und Tricks für Käufer und Verkäufer

Rechtlicher Hintergrund

Mit freundlicher Genehmigung durften wir „garagenflohmarkt71.de“ adaptieren. Vielen Dank dafür.

Wenn Du einen Flohmarkt auf Deinem eigenen Grundstück veranstaltest, wenn Du keine Neuware verkaufst und diese Flohmärkte nicht regelmäßig stattfinden (wöchentlich,…), dann sind diese Art Flohmärkte in der Regel nicht meldepflichtig.

Es empfiehlt sich, wenn sich mehrere Häuser in der Straße zusammenfinden und eventuell auf den Bürgersteig ausweichen, die gesamte betroffene Nachbarschaft schriftlich einzubinden und um Kenntnisnahme zu bitten. So vermeidet man, dass der eventuell griesgrämige Nachbar von nebenan wegen Belästigung die Polizei ruft.

Zettel (DIN A4) in der Nachbarschaft auszuhängen wird in der Regel von der Gemeinde geduldet, wenn die Zettel nicht gegen die allgemeinen Regeln verstoßen (nicht wochenlang hängen lassen, Schilder verdecken, zu häufig aufgehängt werden und das Stadtbild verunschönern). Sollen aber größere Plakate auf den Garagenflohmarkt aufmerksam machen, so muss man in der Regel eine Gebühr (auch bezogen auf die Anzahl) entrichten. Auch hier lohnt sich zur Absicherung ein kurzes Telefonat mit den zuständigen Behörden.

Es ist verboten Hieb-, Stich- und Schusswaffen sowie waffenähnliche Gegenstände zu verkaufen. Des Weiteren dürfen keine Symbole oder Literatur mit nationalsozialistischem, kriegsverherrlichendem oder ausländerfeindlichem Charakter, Bildträger, die keine Jugendfreigabe haben und Raubkopien jeglicher Art verkauft werden.

95 Tipps für einen erfolgreichen Garagenverkauf:

Planung und Vorbereitung

  1. Hab Freude an der Organisation!
  2. Lade weitere Nachbarn und/oder Freunde ein, bei dir auf dem Grundstück zu verkaufen. Je mehr Ware es gibt, desto interessanter wird der Garagenverkauf für die Kund*innen.
  3. Plane den Termin so, dass er nicht auf einen Feiertag oder in die Ferien fällt.
  4. Plane den Tag so, dass Du ausreichend Zeit zur Vorbereitung hast.
  5. Zu Beginn oder Mitte eines Monats sitzt das Geld bei den meisten Menschen noch locker.
  6. Checke den Wetterbericht auf www.wetter.com und stell Dich auf das Wetter ein.

Zusammenstellen der Ware…

  1. Versuche ein breites Angebot bereitzustellen. Babykleidung lockt nur eine bestimmte Kundschaft an. Sind 1-2 Fahrräder, Bücher und CDs dabei, so erhöht sich die Anzahl der Interessenten.
  2. Wenn Du Spielsachen oder Kinderkleidung verkaufst, bespreche dies vorher mit Deinen Kindern (die Aussicht auf selbstverdientes Geld lässt die Kinder sich schneller von ihren Spielsachen trennen)
  3. Sortiere nach Saison. Ski-Kleidung und potenzielle Weihnachtsgeschenke passen eher in den herbstlichen Garagenflohmarkt. Wassersportartikel eher zum Sommer-Garagenflohmarkt.
  4. Antiquitäten gehen fast immer bei Liebhabern. Egal in welchem Zustand.

Vorher…

  1. Kläre Rechtliches ab.
  2. Stelle das Aufbaumaterial zusammen (Tapeziertische, Bierbank-Tische, Bistrotische zum Klönen und Pausieren).
  3. Reinige die Ware.
  4. Räume die Garage, die Auffahrt, den Garten auf. Je attraktiver die Umgebung, desto mehr Interessenten lockt man an.

Mach Werbung!

  1. Bewirb Deinen Garagenflohmarkt in der lokalen Zeitung, an Schwarzen Brettern im Supermarkt, in Kindergärten und Schulen, in kleineren lokalen Geschäften wie dem Metzger, Bäcker, Florist… (das erledigen in diesem Fall wir, die Iwwerzwersche, für Dich!) Nutze zudem Facebook und bitte Deine Freunde und Nachbarn um tatkräftige Unterstützung. Bewirb auch konkret, was Du verkaufen möchtest (Kinderkleidung, Spielsachen, Antikes, Fahrräder, Technik, Möbel…).  Bei Deiner Anmeldung hast Du Gelegenheit, die Art der Waren anzugeben, sie erscheinen dann auf der Karte. Auch ebay-Kleinanzeigen oder Garagenflohmarkt71.de oder Dein Facebook-Profil sind unterstützende Internetpräsenzen.
  2. Platziere ein eigenes Hinweisschild vor Deinem Haus.

Bepreisen der Ware…

  1. Frage Dich was Du mit Deinem Garagenverkaufes erreichen möchtest. Wíllst Du Geld verdienen oder “leichter” werden? Danach sollte die Ware bepreist werden.
  2. Überlege Dir, ob Du feste Preise angeben willst oder willst Du Deine Kunden lieber handeln lassen? Wenn Du mit Preisschildern arbeitest, dann verwende solche, die sich leicht ablösen lassen.
  3. Bei Ware, von der Du viel vorrätig hast (CDs, Bücher, T-Shirts,….) erstelle ein Schild mit dem Hinweis „3 zum Preis von 2“ oder Ähnliches.
  4. Stelle gegebenenfalls Pakete zusammen (Lego, Ware eines Kaufmannsladens,…).
  5. Verkaufst Du eventuell auch Ware von Freunden? Dann vermerke die Initialen für eine saubere Abrechnung.
  6. Je größer die Ware, desto größer sollte das Preisschild sein.
  7. Stelle eventuell eine Gratis-/Umsonstkiste auf mit Ware, die Du unbedingt loswerden willst und platziere diese geschickt um Kund*innen anzulocken.
  8. Bepreise viele Artikel unter 1 Euro und versuche bei dem Gros der Ware unter 5 Euro zu bleiben.
  9. Oder lass die Bepreisung ganz weg und versuche zu Handeln. Das macht Spaß, ist kommunikativ und oft bekommt man für die Ware mehr, als wenn man sie bepreist hätte.

Räumliche Gestaltung des Garagenflohmarkts…

  1. Stelle saubere Tische auf, um die Ware attraktiv anbieten zu können.
  2. Stelle die Tische so auf, dass ein gemütliches Durchschlendern möglich ist.
  3. Nutze auch den Raum unter den Tischen.
  4. Stelle die Ware sortiert nach Ähnlichkeit auf. Der Kunde / die Kundin mag den Überblick.
  5. Trenne Kleidung nach Größe.
  6. Nutze Kleidungsständer und Wäscheleinen um schöne, besondere Kleidung hervorzuheben.
  7. Wenn Du zerbrechliche, seltene oder teure Ware, wie z. B. Porzellan oder Schmuck hast, stell sicher, dass diese auf einem stabilen Tisch und außerhalb der Reichweite von Kindern ausgestellt sind.
  8. Versperre Deine Auffahrt mit Absperrpylonen (Lübecker Hütchen), damit kein Auto Deine Auffahrt direkt nutzt.
  9. Stell sicher, dass Du elektrische Ausgänge/Kabeltrommeln in der Nähe hast um ggfs. die Funktionsfähigkeit von Geräten nachweisen zu können.
  10. Wecke die Aufmerksamkeit der männlichen Besucher indem Du „Männerkram“ in direkter Sichtweite aufstellst (Rasenmäher, Elektronikartikel, Computerspiele,…).
  11. Stell größere Ware gut sichtbar auf, sodass zufällig vorbeifahrende Autofahrer aufmerksam auf den Garagenflohmarkt werden.
  12. Stell einen Mülleimer auf, damit kein Müll Dein Grundstück verunreinigt.

Während des Garagenverkaufs…

  1. Schließe Dein Haus die gesamte Zeit ab. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.
  2. Sei mit allen Vorbereitungen fertig, wenn der Garagenflohmarkt beginnt.
  3. Halte Deinen Hund im Haus – oder fern vom Garagenflohmarkt.
  4. Halte genug Wechselgeld bereit.
  5. Begrüße Deine Kunden. Gib Ihnen ein gutes Gefühl. Bedränge sie nicht, aber ignoriere sie auch nicht. Sei ansprechbar.
  6. Akzeptiere nur Bargeld.
  7. Bewahre Dein Geld an einem sicheren Ort auf oder trage es immer am Mann.
  8. Halte Tüten, Kartons, usw. vorrätig für Kund*innen, die eventuell mehr kaufen wollen.
  9. Halte Zeitungspapier zum Einpacken von empfindlicher Ware bereit.
  10. Versüße dem Kunden den Kauf, indem Du noch eine Gratiszugabe machst. Kombiniere einen eher schwer zu verkaufenden Artikel mit einem „gutgehenden“ (Zwei-zum-Preis-von-Einem).
  11. Notiere die verkaufte Ware und deren Verkaufspreis für eine spätere Bilanz.
  12. Nimm einen Taschenrechner, um schnell mehrere Preise zu addieren.
  13. Sortiere die Ware um und arrangiere sie neu, wenn Platz geschaffen wurde nach einem Verkauf.
  14. Gib Nachlässe zum Nachmittag, bzw. zum Ende des Garagenflohmarkts.
  15. Sollte ein Kunde / eine Kundin nicht ausreichend Geld zur Verfügung haben, so biete an, die Ware für eine kurze Zeitdauer beiseite zu legen. Verlange eventuell eine Anzahlung.
  16. Wenn Interessenten*innen Angebote machen, das Du im Moment nicht bereit bist einzugehen, biete an, die Telefonnummer zu notieren und sie ggfs bei Nichtverkauf zu kontaktieren.
  17. Überleg Dir, ob Du eventuell Getränke, Kaffee, Snacks, Kuchen – besonders an einem heissen Tag – anbieten willst.
  18. Bedanke Dich bei jedem Kunden / jeder Kundin, egal ob etwas gekauft wurde, oder nicht.

Nach dem Verkauf…

  1. Verkaufe, was noch übrig ist online. Ebay , Momox, Rebuy bringen oftmals noch weitere Erträge.
  2. Oder spende die nicht verkaufte Ware an Organisationen, Büchereien, Kindergärten… Informiere Dich über die Möglichkeiten in Deiner Umgebung. Du wirst erstaunt sein.

Vermeide Folgendes…

  1. Sei ehrlich über bei der Beschreibung des Zustands der Ware. Wenn etwas nicht funktioniert, sag es offen. Es gibt genug Bastler und Tüftler unter den Käufer*innen.
  2. Verhalte Dich nicht, als wärst Du ein Museumsdirektor. Die Kund*innen fassen Ware an und dürfen dieses auch tun.
  3. Sei nicht gierig. Am Ende wirst Du mit mehr Geld, weniger Trödel und großem inneren Frieden den Tag beschließen.
  4. Verkaufe keine kaputte Ware, außer sie lässt sich reparieren und ist als diese ausgewiesen.
  5. Verkaufe keine Ware aus dem 1-Euro-Laden für 2 Euro.
  6. Verweise nicht auf Ebay-Preise oder den Originalwert. Das interessiert sehr wahrscheinlich niemanden.
  7. Erwarte nicht, dass die Kund*innen nach Preisen fragen. Geh in den direkten Dialog.
  8. Lass niemanden allein ins Haus um die Ware zu testen oder die Toilette zu benutzen.
  9. Vermeide es, die Ware von anderen Leuten zu verkaufen.
  10. Wähle die Ware gut aus, die Du verkaufen willst. Tränen und Bedauern sind fehl am Platz beim Verkauf.
  11. Packe Kisten/Kartons nicht zu voll. Das überfordert die Kund*innen.
  12. Erwarte nicht, dass Sammelwertes, spezielle Ware, High-End-Elektronikgeräte oder Möbel zu einem hohen Preis verkauft werden. Ein Garagenflohmarkt dient der Schnäppchenjagd.
  13. Verkaufe keine Ware, die ihre beste Zeit schon hinter sich hat (löchrige Jeans, ausgebeulte Hosen, abgelaufene Schuhe,….)
  14. Gib kein Geld für den Garagenflohmarkt aus.
  15. Rauche nicht vor den Kund*innen oder in der Nähe der Ware.
  16. Sprich nicht über den Umsatz, den Du machst.
  17. Verkaufe keine gebrauchte Kosmetik und Unterwäsche.
  18. Akzeptiere keine Schecks von Fremden.
  19. Nimm Kommentare der Kund*innen nicht persönlich.
  20. Lass Dich von Käufer*innen nicht bedrängen einen Preis zu senken, wenn Du dies nicht auch wirklich tun willst.

Und hier noch ein paar Tipps für Käufer*innen!

  1. Sucht in den lokalen Zeitungen, in Supermärkten und online (hier bei uns!) nach neuen Garagenflohmärkten. Sucht die optimale Route aus dem Internet heraus.
  2. Sucht Euch Gleichgesinnte… Zu Zweit macht es immer mehr Spaß!

Der Tag ist gekommen…

  1. Packt ausreichend Snacks und Getränke ein. Shoppen mit hungrigem Magen macht keinen Spaß. 😉
  2. Trage bequeme Schuhe.
  3. Nimm Kleingeld mit.
  4. Notiere Dir im Vorfeld, wonach Du suchst.
  5. Bring Taschen mit, um Deine Einkäufe unterzubringen.
  6. Achte auf Dein Äußeres. Wenn Du mit Klunker und Pelz daher kommst, reduziert das eindeutig Deine Verhandlungsmöglichkeiten. 😉

Auf dem Garagenflohmarkt…

  1. Shoppe zu Beginn des Garagenflohmarkts, um von der großen Auswahl zu profitieren.
  2. Erscheine nicht früher als zu dem ausgewiesenen Beginn. Die gute Ware könnte zu diesem Zeitpunkt noch nicht aufgebaut sein.
  3. Beaufsichtige Deine Kinder während Du shoppst.
  4. Entscheide Dich schnell. Wenn Du länger über einen Kauf nachdenkst, dann brauchst Du es wahrscheinlich gar nicht. Es ist vollkommen in Ordnung auf einem Garagenflohmarkt NICHTS zu kaufen. 😉
  5. Schau Dir Deine Schnäppchen sehr gut an, um spätere Enttäuschungen zu vermeiden.
  6. Wenn Du Deine Kinder mitnimmst, lasse sie für ihre Einkäufe selber zahlen. Erstens bekommen sie dann öfter einen geringeren Preis und zweitens lernen die Kinder den Umgang mit Geld.
  7. Wenn Du etwas erworben hast, das Du nicht sofort mitnehmen kannst, so bitte den/die Verkäufer*in Dir eine Quittung auszustellen und diese zu unterschreiben. Notiere Dir die Adresse des Verkäufers und lass ihn ein “Verkauft“-Schild an der Ware anbringen, inklusive Deiner Telefonnummer im Falle, dass Dich jemand kontaktieren muss.

Wieder zuhause angekommen…

  1. Entferne vorhandene Preisaufkleber sofort. Je länger diese an der Ware bleiben, desto schwieriger sind sie zu entfernen.
  2. Säubere die Ware ausreichend, auch, wenn sie sauber scheint. Lieber einmal zu viel, als zu wenig.
  3. Ziehe Bilanz und freue Dich als Käufer*in oder Verkäufer*in über Deinen Erfolg!